Herbert Vogt. Gefallen bei Stalingrad. Operation Uranus

G U T A C H T E N

Über das Schicksal des [etwa 5 km nördlich von Pokrowskij – Don-Bogen] Verschollenen
[Obergefreiter] Herbert V o g t , geb. 16.2.21 [in Großendorf, Kreis Steinau in Schlesien, heute Dłużyce]

Truppenteil: Artillerie-Regiment der 62. Infanterie-Division [12 Batterie, AR 162, 62. ID.]
Vermißt seit 22. Dezember 1942
DRK-Verschollenen-Bildliste Band AD, Seite 662

Herbert Vogt (1921-1942)

Ausgangspunkt für die Nachforschungen waren die dem Suchantrag entnommenen Angaben, die in die Verschollenen-Bildlisten aufgenommen wurden. Damit sind alle erreichbaren Heimkehrer aus Krieg und Gefangenschaft befragt worden, von denen angenommen werden konnte, daß sie mit dem Verschollenen zuletzt zusammengewesen sind. Diese Befragungen fanden sowohl in der Bundesrepublik als auch in Österreich und anderen Nachbarländern Deutschlands statt.

Ferner sind von anderen Stellen, die Unterlagen über die Verluste im 2. Weltkrieg besitzen, Informationen eingeholt worden. In erster Linie handelt es sich hierbei um das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf, die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht in Berlin und die Heimatortskarteien.

Über diese individuellen Ermittlungen hinaus wurde die Frage geprüft, ob der Verschollene in Gefangenschaft geraten sein konnte. Dabei wurden die Kampfhandlungen, an denen er zuletzt teilgenommen hat, rekonstruiert. Als Unterlage dienten dem DRK-Suchdienst Angaben über Kameraden, die der gleichen Einheit angehört hatten und zum selben Zeitpunkt und am selben Einsatzort verschollen sind, Heimkehrerberichte, Schilderungen von Kampfhandlungen, Kriegstagebücher sowie Heeres- und Speziallandkarten.

Das Ergebnis aller Nachforschungen führte zu dem Schluß, daß

Herbert  V o g t

mit hoher Wahrscheinlichkeit am 22. Dezember 1942 bei den Kämpfen während des Rückzuges von Bokowskaja nach Morosowskaja gefallen ist.

Zur Begründung wird ausgeführt:

Am 19. November 1942 waren sowjetische Armeen nordwestlich und südlich von Stalingrad zum Gegenangriff angetreten. Zwei Tage später trafen sich die Spitzen ihrer Panzerverbände bei Kalatsch; die deutsche 6. Armee war eingeschlossen worden. [Operation Uranus]

Um ein weiteres Vordringen des Gegners nach Westen zu verhindern, wurden die deutschen Verbände schnell neu gegliedert. So entstand im Norden des Angriffsraumes die Armeeabteilung Hollidt, deren Truppen am Tschir Stellungen bezogen hatten.

Auch die 62. Infanterie-Division, die aus dem Raum Woronesch nach Stalingrad verlegt werden sollte, wurde unterwegs angehalten und ihr unterstellt. Sie musste südlich Weschenskaja [Wjoschenskaja] im Raum Bokowskaja [Bokovskaya] einen 30 Kilometer breiten Verteidigungsabschnitt übernehmen. Dieser wurde seit dem 7. Dezember immer wieder von sowjetischen Kräften angegriffen, ohne daß es jenen gelang, die deutschen Stellungen zu durchbrechen. Erst als die Front zwischen Nowaja Kalitwa und Konkow ins Wanken geriet, mußten sich die deutschen Verbände vom Tschir lösen.

Am Abend des 17. Dezember hatte der Rückzug begonnen und schon am folgenden Tage durchbrachen starke sowjetische  Panzerkräfte die nur von Nachhuten gehaltenen Stellungen. Bei Krushilin, Singin, Iljin und Werchnije Lutschki konnten sich die Einheiten der Division nur unter Verlusten aus der Umklammerung befreien.

Die Division sammelte am 19. Dezember in Karginskaja [Karginskaya], 100 km nördlich von Morosowkaja [Morosowsk]. Bereits am nächsten Tag traten sowjetische Panzer, durch das Feuer ihrer Granatwerfer unterstützt, zum Angriff auf die Ortschaft an. Noch bis in die Nacht hinein dauerten die heftigen Straßen- und Häuserkämpfe, bei denen hohe Verluste entstanden. Die Einheiten, die sich vom Gegner lösen konnten, setzten den Rückzug fort.

Am 22. Dezember wurde die Division in Nowyi Astachow, 30 km südwestlich Karginskaja, erneut von sowjetischen Panzer- und Infanterie kräften gestellt. Wiederum waren die Ausfälle hoch. Nach einem Gefecht bei Werchnij Swetschnikow erreichten die Reste der Division den Raum südlich von Morosowskaja, wo der sowjetische Angriff Ende Dezember durch einen Gegenstoß zum Stehen kam.

Seit diesen Kampftagen wird eine große Anzahl von Soldaten der Division vermißt. Viele von ihnen haben während der Kämpfe den Tod gefunden, was auch für einige der Verschollenen durch Heimkehrer-Aussagen bestätigt wird. Darüber hinaus aber sind viele bei den nächtlichen Straßen- und Häuserkämpfen oder im tief verschneiten durch zahlreiche Schluchten durchzogenen Gelände gefallen, ohne daß es von Kameraden gesehen wurde. Bei der geschilderten Kampflage waren oft die Bergung und ärztliche Versorgung der Verwundeten nicht möglich. Wiederholt gerieten auch Verwundetentransporte und Verbandsplätze in das Feuer sowjetischer Panzer.

Es gibt keinen Hinweis dafür, daß der Verschollene in Gefangenschaft geriet. Er wurde auch niemals in einem Kriegsgefangenenlager gesehen. Alle Feststellungen zwingen zu der Schlußfolgerung, daß er bei den Rückzugskämpfen gefallen ist.

München, den 15. September 1970

Max Heinrich, Direktor
[Suchdienst Deutsches Rotes Kreuz]

Siegel und Unterschrift, in Vertretung gezeichnet

+++

Anmerkungen und Ergänzungen vom Autor in eckigen Klammern.

Quellen

  1. https://www.dilibra.com/core/attachment/28541 (Gutachten über das Schicksal des Verschollenen Herbert Vogt, PDF)
  2. https://www.dilibra.com/ahnenforschung/3673 (Rossoschka, Würfel 126)
  3. http://gov.genealogy.net/item/show/GROORFJO81FI (Großendorf im GOV)
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Uranus (Operation Uranus)
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Armeeabteilung_Hollidt (Armeeabteilung Hollidt)
  6. http://www.denkmalprojekt.org/2015/grossendorf(poln.dluzyce_landgemeinde-scinawa(steinau-a.d.oder_kreis-lubin(lueben)_nsl.html (Denkmalprojekt)

Im 1. Weltkrieg gefallene Spornitzer Kriegerdenkmal

Auf dem Hof der gotischen Dorfkirche in Spornitz (Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern) befindet sich ein Kriegerdenkmal für Gefallene und Vermisste des Ersten Weltkrieges. Das Monument enthält die Namen und Daten von 46 Männern aus Spornitz und wahrscheinlich auch Umgebung, die im Ersten Weltkrieg (1914-1918) gefallen sind, bzw. nach Kriegsende an den Folgen starben sowie die Namen von vier vermissten Spornitzern. Es trägt den Titel „Zum Andenken für die im Weltkriege gefallenen Helden“ , wobei das Wort Helden offenbar unkenntlich gemacht wurde. Das Baudenkmal ist dokumentiert und die Inschriften transkribiert. Die Auflistung der Genannten dort erfolgte nicht alphabetisch sondern in der zeitlichen Abfolge des Todes. Hier ist mein Extrakt:

  1. Johann HINNERICH (9.8.1890-20.9.1914)
  2. Wilhelm PLÜCKHAHN (9.12.1890-20.9.1914)
  3. Johann BOCKHOLDT (12.6.1880-21.9.1914)
  4. Albert ROGMANN (25.3.188-13.11.1914)
  5. Ernst MARKWARDT (22.10.1888-14.11.1914)
  6. Otto WULF (10.11.1892-27.12.1914)
  7. Felix BERGENROTH (5.9.1894-27.1.1915)
  8. Karl NAECKER (24.4.1890-18.2.1915)
  9. Karl SCHRÖDER (14.5.1895-6.3.1915)
  10. Friedrich MUNDT (28.2.1893-2.7.1915)
  11. Rudolf BEUTLING (3.1.1890-17.7.1915)
  12. Karl SAGERT (2.1.1883-1.8.1915)
  13. Johann KORTSHAGEN (4.12.1889-25.9.1915)
  14. Heinrich MÖLLER (12.12.1887-25.9.1915)
  15. Wilhelm LIETZ (26.3.1887-7.2.1916)
  16. Albert GILDHOFF (9.7.1889-11.3.1916)
  17. Wilhelm TILSE (2.1.1895-11.3.1916)
  18. Paul OTT (11.5.1880-7.4.1916)
  19. Wilhelm KORUPP (6.10.1894-19.4.1916)
  20. Karl SCHULT (26.8.1878-10.6.1916)
  21. Hermann MAACKER (2.2.1894-15.6.1916)
  22. Joachim HINRICHS (16.8.1894-24.7.1916)
  23. Heinrich LOEFFARTH (25.9.1896-10.7.1916)
  24. Otto MARTEN (29.7.1894-20.7.1916)
  25. Hermann MARKWARD (31.7.1894-4.9.1916)
  26. Otto HÜNING (29.9.1894-12.9.1916)
  27. Wilhelm LETTERS (2.8.1889-15.9.1916)
  28. Hermann MÖLLER (14.9.1896-22.10.1916)
  29. Otto TIEDEMANN (4.7.1896-25.10.1916)
  30. Wilhelm SIMON (7.8.1889-26.12.1916)
  31. Karl TOPP (29.11.1895-24.2.1917)
  32. Christian HINZ (18.3.1895-15.4.1917)
  33. Wilhelm GESTERDING (11.1.1895-28.4.1917)
  34. Wilhelm LIETZ (10.1.1896-24.4.1917)
  35. Wilhelm NIEMANN (2.5.1882-5.7.1917)
  36. Wilhelm GEICK (18.10.1891-15.8.1917)
  37. Wilhelm ROGMANN (19.1.1897-26.9.1917)
  38. Johann NAECKER (10.10.1887-1.10.1917)
  39. Wilhelm BERGMANN (15.5.1898-23.3.1918)
  40. Wilhelm MULSOW (22.4.1895-25.3.1918)
  41. Karl NEICK (31.1.1895-1.8.1918)
  42. Hermann HINNERICH (18.8.1895-1.8.1918)
  43. Ewald SANDBERG (9.8.1898-4.10.1918)
  44. Wilhelm MENCK (26.12.1899-1.1.1919)
  45. Karl FRITZSCHE (19.3.1890-28.2.1919)
  46. Max WISWE (5.8.1888-17.12.1919)

Vermisste:

  1. Wilhelm HINRICHS (geb. 18.1.1895)
  2. Paul TOPP (geb. 31.12.1882)
  3. Ernst ROGMANN (geb. 13.12.1888)
  4. Rudolf RABE (geb. 18.1.1891)

Die Stele wird abgeschlossen mit dem Zitat: „Wanderer neige in Ehrfurcht Dein Haupt vor dem Tod und der Tapferkeit 1914-1918.“

Auf zwei weiteren, vermutlich später angebrachten, roten Granitplatten ist zu lesen: „Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung, den Opfern und Vermissten 1939-1945“ sowie „An Gedenken der Opfer von Krieg- und Gewaltherrschaft durch Vertreibung“.

Galerie

Quellen

 

Kriegsgräberstätte Hohen-Wutzen (errichtet um 1922) 41 Namen und Daten

Auf dem in Hohenwutzen im heutigen Landkreis Märkisch-Oderland nahe der polnischen Grenze gelegenen Friedhof befindet sich eine Kriegsgräberstätte für Gefallene Hohen-Wutzener. Der Gedenkstein für die Toten des 1. Weltkrieges wurde laut Inschrift durch einen Frank aus Frw. (Bad Freienwalde) hergestellt. Unter einem Stahlhelm ist der Schriftzug „Ihren im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Helden in Dankbarkeit die Gemeinde Hohen-Wutzen“ zu lesen. Links und rechts vom Stein sind gleichmäßig 32 Grabsteine aufgestellt, die Auskunft über Namen, Dienstgrad, Einheit, Sterbedatum sowie Sterbeort geben. (Die Gravuren sind zum Teil schwer lesbar, so dass die folgende Abschrift keinesfalls Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit geben kann. Korrekturen sind gern gelesen.) Gleich gegenüber der Säule befinden sich neun neuere Metallkreuze für Gefallene des 2. Weltkrieges sowie ein Kreuz für Unbekannte. Ob diese Soldaten aus Hohenwutzen stammten ist nicht bekannt. Denkbar ist auch, dass diese aus anderen Teilen Deutschlands kamen und in den letzten Kriegstagen dort ihr Ende fanden. Durch einen Klick auf den Namen gelangt man direkt auf das jeweilige Foto des Grabsteins, die sämtlich bei Dilibra unter der Nummer [02482] veröffentlicht sind.

Gefallene im Ersten Weltkrieg (1914-1918)

  1. Leutnant der Reserve Wilhelm Baillier (Inf. Reg. 35) gefallen 12.05.1917. Er wurde am 15.07.1998 in Hohenwutzen geboren.
  2. Pionier Karl Bepp (Pion. Reg. 35) gefallen 17.06.1915 in Souche
  3. Ersatz-Reservist Friedrich Bölke (Landw. Inf. Reg. 48) gefallen 18.03.1915 in Budy-Przysieki
  4. Leutnant der Reserve Johannes Buchholz (Reserve Inf. Reg. 206) gefallen 23.10.1916 in Gomiécourt, laut Verlustliste verstorben an seinen Wunden.
  5. Musketier Wilhelm Diehl (Inf. Reg. 58) gefallen 09.05.1915 in Beska
  6. Gefreiter Wilhelm Dürrenfeld (Landst. Bat. Calau III) gefallen 22.04.1918 in Cheveuges. Er wurde laut Verlustliste an einem 20. Juni geboren und verstarb infolge Krankheit.
  7. Grenadier Albert Dürrenfeld (Gren. Reg. 2) gefallen 28.12.1916 in Amara. Er wurde am 15.05.1892 in Hohenwutzen geboren.
  8. Musketier Karl Fehmann (Res. Inf. Reg. 207) gefallen 20.10.1916 in Ablaincourt
  9. Gefreiter Robert Fischer (Marine Inf. Reg. 1) gefallen 06.08.1918 in Thiepval
  10. Musketier Erich Gesche (Inf. Reg. 45) gefallen 19.08.1915 in Cilesnica
  11. Pionier Erich Göttel (Pionier Bat. 28) gefallen 13.09.1917 in Dourges. Laut Verlustliste 1915 wurde er als Angehöriger vom Pionier Regiment 19 zunächst verwundet. Er wurde an einem 22. Januar in Hohenwutzen geboren.
  12. Ersatz-Reservist Friedrich Haberland (Res. Inf. Reg. 48) gefallen 14.12.1914 in Tady
  13. Pionier Paul Otto Haberland (Pionier Bat. 28) gefallen 07.09.1914 in Przewadzieszamir. Laut Verlustliste stand er zuletzt im Dienstrang Wehrmann.
  14. Musketier Franz Haberland (Inf. Reg. 43) gefallen 22.08.1916 in Stara Wipczyna. Laut Verlustliste von Juni 1916 zunächst leicht verwundet.
  15. Musketier Wilhelm Haberland (Inf. Reg. 48) gefallen 04.03.1916 in Douaumont
  16. Reservist Arnold Heese (Res. Inf. Reg. 396) gest. 03.04.1919 in Fandan Casnalty. Er wurde am 17.12.1889 in Hohenwutzen geboren. In einer Verlustliste von März 1919 wurde er als vermisst aufgeführt.
  17. Landsturmmann Gustav Kamm (Landw. Inf. Reg. 2) gefallen 23.12.1917 in Smurgan. Er wurde am 01.03.1878 in Hohen Wutzen geboren. Laut Verlustliste vom April 1917 zunächst leicht verwundet. Dem auf dem Stein entnehmbaren Gefallenendatum im Dezember steht entgegen, dass in der Verlustliste bereits im August 1917 „gefallen“ verzeichnet ist.
  18. Musketier Bernhard Keseler (Inf. Reg. 149) gefallen 31.10.1915. Laut Verlustliste von Dezember 1915 als vermisst aufgeführt.
  19. Grenadier Franz Klinkert (Kaiser Franz Garde Grenadier Regiment 2) gefallen 15.03.1915 in Serne. Laut Verlustliste zuletzt in der 1. Kompanie, Gefechte vom 2. bis 18. März 1915.
  20. Grenadier August Knoblauch (Gren. Reg. 3) gefallen 28.09.1915 in Berlin
  21. Musketier Wilhelm Köpke (Inf. Reg. 45) gefallen 29.12.1916 in Makow. Er wurde am 25.10.1895 in Glietzen geboren.
  22. Gefreiter Paul Liesegang (Inf. Reg. 68) gefallen 28.07.1917 in Warneton. Er wurde am 18.09.1893 in Hohenwutzen geboren.
  23. Landsturmmann Hermann Metzke (Inf. Reg. 13) gefallen 25.10.1915 in Biel
  24. Musketier Paul Müller (Feldrekrutendepot 5. I.D.) gestorben im Kriegslazarett 8. Er wurde am 29.06.1898 in Hohenwutzen geboren und starb infolge Krankheit am 19.09.1918.
  25. Wehrmann August Obitz (Inf. Reg. 148) infolge Krankheit am 15.09.1915 in Grodeck gestorben. Er wurde an einem 21. September geboren.
  26. Pionier Fritz Pilgermann (Minenw. Komp. 412) gefallen 11.06.1917
  27. Gefreiter Franz Quasdorff (Inf. Reg. 359) gefallen 11.06.1918 in Cuvilly
  28. Reservist Hermann Richnow (Reserve Inf. Reg. 204) gefallen 28.04.1915 in Sicerne
  29. Gefreiter Karl Rüthling (Inf. Reg. 48) gefallen 06.04.1916 in Douaumont. In der Verlustliste ist die Herkunft felerhaft mit „Hohenwutzow“ angegeben.
  30. Ersatz-Reservist Friedrich Schuhmacher (Inf. Reg. 20) gefallen 18.03.1916 in Stretenks
  31. Wehrmann Martin Sydow (Inf. Reg. 409) gefallen 19.10.1918 in Tangmy. Er wurde am 16.05.1883 in Bralitz, Königsberg Nm. geboren.
  32. Musketier Wilhelm Tech (Res. Inf. Reg. 20) am 30.03.1917 in Mitau infolge Krankheit gestorben. Laut Verlustliste lautet der Familienname Tesch. Er wurde am 06.09.1890 in Hohenwutzen geboren.

Gefallene im Zweiten Weltkrieg (1939-1945)

  1. Alfred Franke (Uffz.)
  2. Oskar Hohlmeier (Ogefr.)
  3. Horst Hohn (Gefr.)
  4. Helmut Holler (StMt.)
  5. Wilhelm Ohnrich (Uffz.)
  6. Franz Schmitz (Ogefr.)
  7. Otto Schraps (Oltn.)
  8. Walter Stein (Maat)
  9. Otto Wente (O.Masch.)

Video:

Quellen:

6 Fotografien vom Sommerfest der Kriegsschule München (18.06.1937) Heimatkunde München

Im April 2018 habe ich von einer Privatperson aus Baden-Württemberg ein kleines Konvolut erstanden, das ich kurz vorstellen möchte. Es besteht aus sechs auf der Rückseite beschrifteten schwarz-weiß Fotografien, datiert auf den 18.06.1937 und zeigt Aufnahmen von einem Sommerfest der Kriegsschule München. Den Fotos lag ein Ausschnitt des publizistischen Parteiorgans der NSDAP „Völkischer Beobachter“ vom 28.06.1937 mit dem Titel „Münchens Kriegsschule als Lehrmeisterin der Lebensfreude – Ein Sommerfest schöpferischer Leistung“ von J. Greiner bei.

Der Autor dürfte Josef Greiner gewesen sein, der seinen Artikel wie folgt einleitete: „Zum Sommerfest als dem Feste freudigster Lebensbejahung hatte der Kommandeur der Kriegsschule München, Generalmajor von Cochenhausen (Conrad von Cochenhausen) geladen. Und alle, die kamen, waren sichtlich frohgestimmte Menschen. Losgelöst vom Alltag trugen sie die Festfreude in sich als Gäste und treue Freunde der Kriegsschule, die selber die heitersten Saiten von Mensch zu Mensch zwischen alt und jung aufklingen ließ. Auf den Tribünen der festlich geschmückten Stätte schauten wir den harmonisch bewegten Rhythmus leuchtender Uniformen und sommerlich stilvoller Abendkleider. Darüber goß die Abendsonne ihr rosiges Licht in schillernden Farben.“

Die Fotos messen jeweils 8,2 x 5,3 cm und sind auf der Rückseite von Hand durchgängig mit „18.6.37“ und „Sommerfest“ beschriftet. Rückstände von Kleber lassen vermuten, dass die Fotografien einem Album entnommen wurden. Sie wurden laut Stempel von „Photo Seiffert, München, Karlstraße 24“ entwickelt.

  1. Foto: Sattel-Bar der 3. Inspektion
  2. Foto: Eis-Bar des Hörsaal 3
  3. Foto: Blick auf die Zuschauertribünen
  4. Foto: Tanzsaal des Hörsaal R.
  5. Foto: Teeraum des Hörsaal T.
  6. Foto: Eßraum des Hörsaal R.

Fazit:

Einen genealogischen Mehrwert haben die Fotografien meiner Meinung nach nicht. Am interessantesten erscheint mir hier das 3. Foto, das eine große Gruppe auf der Zuschauertribüne zeigt. Bei vielen Damen (links im Bild) dürfte es sich um die Verlobten und Gattinnen der Fähnriche handeln. Der dritte Offizier, unten von rechts, könnte der seinerzeit im Rang eines Generalmajors stehende Conrad von Cochenhausen (geb. 07.06.1888 in Glogau, durch Freitod gest. 13.12.1941 westlich von Rossoschnoje) sein. Das Foto habe ich erst zu verifizieren begonnen. Auch ein Blick auf die übrigen Teilnehmer könnte sich lohnen. Das Konvolut ist ingesamt ein interessantes Zeitzeugnis, das auf dilibra unter der Nummer [02466] eingesehen und heruntergeladen werden kann.

Quellen:

  1. Fotokonvolut auf dilibra.com
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsschule
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkischer_Beobachter
  4. http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/C/CochenhausenConradv-R.htm
  5. http://www.denkmalprojekt.org/2017/vl-der-generale-admirale-wk2-heer-freitod.html
  6. http://www.herwig-lenau.at/?Milit%E4rschulen_1941-1944:Kriegsschule_M%FCnchen_42
  7. http://www.moesslang.net/kriegsschule_marsplatz_muenchen.htm

Kriegsgräberstätte zwischen Petershagen und Treplin bei Frankfurt/Oder (1945) Zweiter Weltkrieg

Am 11. März 2018 dokumentierte ich ungeplant eine weitere Kriegsgräberstätte zwischen Petershagen (Zeschdorf) und Arendsdorf bei Frankfurt (Oder). Zur Ruhestätte gelangt man gut über die B5. Ein Hinweisschild weist auf diesen Ort hin. Es handelt sich um ein rechteckig angelegtes, umzäuntes und auch gepflegtes Areal, das ca. 400m von der Bundesstraße aus über einen unbefestigten Weg zu erreichen ist. Kommt man aus Petershagen und fährt in Richtung Frankfurt (Oder) erblickt man das Schild auf der linken Seite, noch vor den beiden Trepliner Seen. Sollte der Boden nass sein, empfiehlt sich das Fahrzeug gleich zu Beginn zu parken und den weiteren Weg zu Fuß zu nehmen, da man sich leicht festfahren kann.

Insgesamt befinden sich dort 124 Grabsteine, die in drei langen Reihen abgelegt sind. 48 davon enthalten Namen deutscher Soldaten, die größtenteils zum Ende des 2. Weltkrieges gefallen sind. 76 Gräber enthalten die Aufschrift „Ein Unbekannter Soldat“. Möglicherweise handelt es sich bei den Unbekannten auch um Rotarmisten, weitere Informationen zum Hintergrund habe ich allein im Netz nicht finden können. Ungefähr in der Mitte des Friedhofs liegt vom Eingang kommend auf der linken Seite ein großer Findling mit der Aufschrift „Hier ruhen deutsche Soldaten von 1945“, verziert mit einem Eichenlaub-Ornament. Gleich daneben steht eine Stele auf der die Namen, sofern bekannt die Geburtsdaten und das Gefallenendatum zu lesen sind. Der jüngste Gefallene war mit Jahrgang 1927 ein Franz Gaffal, der Älteste ein Adolf Leppert (Jg. 1887).

Gelesene Familiennamen

Bauer, Bauermeister, Bischof, Borchelt, Bringkmann, Bruno, Dittrich, Eggers, Engelhardt, Fachinger, Fechner, Gaffal, Genetzky, Gleisberg, Grabner, Greinert, Kaiser, Kaspar, Kiesow, Kilian, König, Krause, Kreuzwieser, Lädtke, Lahnsteiner, Langenreither, Leppert, Lieb, Michel, Neugebauer, Oswald, Räbel, Räther, Rinker, Rudolph, Rüther, Schmidt, Storg, Straussberger, Uhlig, Wagner, Wangler, Wegner, Wettläufer, Wihr, Windisch, Wollenschläger und Wybiral.

Die 48 Gefallenen in alphabetischer Reihenfolge

(für ein Foto des Grabsteins bitte auf den Namen klicken)

  1. Karl Bauer (geb. am 28.03.1906, gefallen am 01.04.1945)
  2. Karl-Heinz Bauermeister (geb. am 03.04.1913, gefallen am 01.04.1945)
  3. Eduard Bischof (geb. am 06.04.1897, gefallen am 01.04.1945)
  4. Hans Borchelt (geb. am 09.02.1917, gefallen am 14.04.1945)
  5. Willi August Bringkmann (geb. am 14.11.1918, gefallen am 20.04.1945)
  6. Bernhardt Bruno (geb. am 07.03.1917, gefallen am 28.04.1945)
  7. Franz Dittrich (geb. am 21.04.1917, gefallen im April 1945)
  8. Wilhelm Eggers (geb. am 09.04.1909, gefallen im April 1945)
  9. Kurt Engelhardt (geb. am 28.06.1914, gefallen im April 1945)
  10. Karl Wilhelm Fachinger (geb. am 01.03.1912, gefallen im April 1945)
  11. Anton Fechner (geb. am 28.12.1906, gefallen im April 1945)
  12. Franz Gaffal (geb. am 10.12.1927, gefallen im April 1945)
  13. Willy Genetzky (geb. am 14.11.1907, gefallen im April 1945)
  14. Herbert Gleisberg (geb. am 01.03.1917, gefallen im April 1945)
  15. Leopold Grabner (geb. am 04.03.1920, gefallen im April 1945)
  16. Kurt Greinert (geb. am 13.06.1904, gefallen im April 1945)
  17. Karl Kaiser (geb. am 13.09.1913, gefallen am 27.09.1945)
  18. Oswald Kaspar (geb. am 14.10.1901, gefallen im Jahr 1945)
  19. Willy Kiesow (geb. am 26.02.1906, gefallen im Jahr 1945)
  20. Herman Kilian (geb. am 12.04.1923, gefallen am 26.02.1945)
  21. Johann König (geb. am 14.12.1916, gefallen im April 1945)
  22. Igbert Krause (geb. am 21.08.1907, gefallen im April 1945)
  23. Leopold Kreuzwieser (geb. am 29.01.1913, gefallen am 16.04.1945)
  24. Albin Lädtke (geb. am 05.04.1924, gefallen am 01.04.1945)
  25. Franz Lahnsteiner (geb. am 18.12.1919, gefallen im April 1945)
  26. Johann Langenreither (geb. am 17.09.1913, gefallen im April 1945)
  27. Adolf Leppert (geb. am 23.11.1887, gefallen am 01.04.1945)
  28. Kurt Lieb (geb. am 19.05.1921, gefallen am 01.04.1945)
  29. Franz Michel (geb. am 16.02.1909, gefallen im Jahr 1945)
  30. Rudolf Neugebauer (geb. am 03.06.1923, gefallen am 25.04.1945)
  31. Kaspar Oswald (geb. am 14.10.1909, gefallen im April 1945)
  32. Richard Räbel (geb. am 25.01.1923, gefallen im April 1945)
  33. Hubertus Räther (geb. am 06.08.1913, gefallen am 19.04.1945)
  34. Herbert Rinker (geb. am 11.05.1925, gefallen am April 1945)
  35. Hubertus Rudolph (geb. am 25.02.1926, gefallen am April 1945)
  36. Hubertus Rüther (gest. im Jahr 1945)
  37. Friedrich Schmidt (geb. am 14.06.1899, gefallen im Jahr 1945)
  38. Johann Storg (geb. am 30.04.1914, gefallen am 20.04.1945)
  39. Johann Straussberger (geb. am 20.05.1916, gefallen im April 1945)
  40. Karl-Heinz Uhlig (geb. am 08.10.1924, gefallen im April 1945)
  41. Leopold Wagner (geb. am 08.11.1927, gefallen im April 1945)
  42. Max Wangler (geb. am 24.05.1926, gefallen am 13.04.1945)
  43. Bruno Wegner (geb. am 23.11.1900, gefallen am 15.04.1945)
  44. Georg Wettläufer (geb. am 15.06.1923, gefallen im April 1945)
  45. Johann Wihr (geb. am 19.05.1916, gefallen am 15.04.1945)
  46. Windisch (gest. am 21.04.1945)
  47. Gerhard Wollenschläger (geb. am 20.09.1905, gefallen im April 1945)
  48. Alfred Wybiral (geb. am 28.09.1919, gefallen im Jahr 1945)

Quellen:

Kriegsgräberstätte (dilibra.com, 02456, insgesamt 65 Fotos)

Friedhöfe im Osten (GoogleMap)

Gräber von Gefallenen in Schytomyr (Sommer 1941) Zweiter Weltkrieg

Schon im Jahr 2009 habe ich von einer großartigen Frau mehrere Fotografien aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges bekommen. Erna (Jahrgang 1920) kannte und schätzte mein Projekt dilibra und half mir hochbetagt bis zuletzt bei der Übersetzung alter deutscher Schriften. Die geschichtlich bedeutsamen Momentaufnahmen blieben viele Jahre von mir unbeachtet. Es handelt sich dabei um Fotografien mehrerer Soldatengräber, die seinerzeit wohl von Erna’s Ehemann, dem Paul Walter Müller (1918-1985), angefertigt wurden. 28 an der Zahl. Warum schenkte ich den Fotos kaum Bedeutung? Möglicherweise habe ich die Motive im wahrsten Sinne des Wortes übersehen. So messen die Fotos im Querformat gerade einmal 8,5×6,2 Zentimeter und die eigentliche Aufnahme nur 5,5×4,1 Zentimeter.

Aufnahmen von Soldatengräbern in der Ostukraine (Sommer 1941)

Ich bin seinerzeit nicht davon ausgegangen, den Gräbern lesbare Daten entnehmen zu können. Doch ich lag falsch. Die insgesamt 28 Fotografien wurden hochauflösend eingescannt, mit handelsüblichem Gerät. Im Anschluß wurden einige Ausschnitte gefertigt und nachbearbeitet. Die ersten Daten wurden generiert. Nun bin ich alles andere als ein Experte in Sachen Militaria und Zweiter Weltkrieg. Am 26. Januar 2017 veröffentlichte ich daher einige Fotos auf meiner Dilibra-Facebookseite, da es unter den mehr als 5200 Followern doch Experten geben muß. Und richtig. Es dauerte nur ein paar Minuten bis die ersten Hinweise eingingen. Mit Verweis auf Recherchen bei den Portalen denkmalprojekt.org und beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. konnte anhand konkreter Treffer bei einigen Namen sowie Geburts- und Sterbedaten die Gegend um Schytomyr ermittelt werden. Daneben fielen Hinweise auf weitere Recherchemöglichkeiten an, da den Soldatengräbern zum Teil auch die jeweilige Einheit des Gefallenen zu entnehmen war, in den meisten Fällen die 1./ Infanterie Regiment 191.



Gewissheit kehrte ein und ich recherchierte auf der Internetseite des Volksbundes weiter. Insgesamt wurden die folgenden, alphabetisch aufgeführten 16 Gefallenen anhand der Gräber identifiziert:

  • Gefreiter AUE, Johannes, 1./ I.R. 191, geb. 27.08.1910 in Harsum, gefallen 04.08.1941 in Wjeta Potschtowaja Wald hart ostwärts
  • Gefreiter DZIERZOW, Rudolf, 1./ I.R. 191, geb. 20.07.1919, gefallen 30.07.1941
  • Gefreiter ECKERLEBEN, Karl, 1./ I.R. 191, geb. 23.06.1913, gefallen 30.07.1941
  • Gefreiter GLIMM, Fritz, 1./ I.R. 191, geb. 01.12.1918 in Scharbibba, gefallen 05.08.1941 in Feldlazarett 642 Shitomir
  • Schütze GROSSERT, Herbert, 1./ I.R. 191, geb. 17.04.1918 in Rawitsch, gefallen 05.08.1941 in Wjeta Potschtowaja
  • Schütze HEINE, Albert, 5./ I.R. 535, geb. 30.07.1913, gefallen 23.08.1941
  • Schütze HERZOG, Wilhelm, 4. (MG) I.R. 191
  • Schütze HLAVATY, Anton, geb. 14.10.1920 in Wien, gefallen 23.08.1941 Kriegslazarett 3/541 Shitomir
  • Schütze HOMANN, Albert, 4. (MG) I.R. 191
  • Unteroffizier HOMANN, Albert, 1./ I.R. 191, geb. 21.07.1919 in Abbensen, gefallen 30.07.1941 500 Meter südlich Gelenowka
  • Gefreiter KLEBER, Walter (auf Volksbund als Alfred angegeben), 1./ I.R. 191, geb. 27.10.1911, gefallen 30.07.1941
  • Schütze KOBER, Wilhelm, 1./ I.R. 191, geb. 06.12.1920 in Hannover, gefallen 23.08.1941 Kriegslazarett 3/541 Shitomir
  • Gefreiter MEDE, Ernst, geb. 05.05.1910, gefallen 30.07.1941
  • Schütze SIEBRECHT, Heinrich, 1./ I.R. 191, geb. 18.09.1920, gefallen 30.07.1941
  • Unteroffizier WIELERT, Gerd, 1./ I.R. 191, geb. im Jahr 1919, gefallen an einem 4.
  • Oberschütze WÖZEL, Alfred, 1./ I.R. 191, geb. 10.02.1911, gefallen 05.08.1941

Schütze Herbert Grossert
(17.04.1918 in Rawitsch, Posen)

Die Arbeit hat sich schon jetzt gelohnt. Dabei wurde erst eine von mehreren Foto-Serien bearbeitet. Im Idealfall entdecken Angehörige oder Nachfahren diese Zeitzeugnisse.

Quellen:

  1. zum Fotokonvolut: https://www.dilibra.com/ahnenforschung/2861/
  2. zu den Soldatengräbern: http://www.dilibra.com/ahnenforschung/2862