Im April 2018 habe ich von einer Privatperson aus Baden-Württemberg ein kleines Konvolut erstanden, das ich kurz vorstellen möchte. Es besteht aus sechs auf der Rückseite beschrifteten schwarz-weiß Fotografien, datiert auf den 18.06.1937 und zeigt Aufnahmen von einem Sommerfest der Kriegsschule München. Den Fotos lag ein Ausschnitt des publizistischen Parteiorgans der NSDAP „Völkischer Beobachter“ vom 28.06.1937 mit dem Titel „Münchens Kriegsschule als Lehrmeisterin der Lebensfreude – Ein Sommerfest schöpferischer Leistung“ von J. Greiner bei.

Der Autor dürfte Josef Greiner gewesen sein, der seinen Artikel wie folgt einleitete: „Zum Sommerfest als dem Feste freudigster Lebensbejahung hatte der Kommandeur der Kriegsschule München, Generalmajor von Cochenhausen (Conrad von Cochenhausen) geladen. Und alle, die kamen, waren sichtlich frohgestimmte Menschen. Losgelöst vom Alltag trugen sie die Festfreude in sich als Gäste und treue Freunde der Kriegsschule, die selber die heitersten Saiten von Mensch zu Mensch zwischen alt und jung aufklingen ließ. Auf den Tribünen der festlich geschmückten Stätte schauten wir den harmonisch bewegten Rhythmus leuchtender Uniformen und sommerlich stilvoller Abendkleider. Darüber goß die Abendsonne ihr rosiges Licht in schillernden Farben.“

Die Fotos messen jeweils 8,2 x 5,3 cm und sind auf der Rückseite von Hand durchgängig mit „18.6.37“ und „Sommerfest“ beschriftet. Rückstände von Kleber lassen vermuten, dass die Fotografien einem Album entnommen wurden. Sie wurden laut Stempel von „Photo Seiffert, München, Karlstraße 24“ entwickelt.

  1. Foto: Sattel-Bar der 3. Inspektion
  2. Foto: Eis-Bar des Hörsaal 3
  3. Foto: Blick auf die Zuschauertribünen
  4. Foto: Tanzsaal des Hörsaal R.
  5. Foto: Teeraum des Hörsaal T.
  6. Foto: Eßraum des Hörsaal R.

Fazit:

Einen genealogischen Mehrwert haben die Fotografien meiner Meinung nach nicht. Am interessantesten erscheint mir hier das 3. Foto, das eine große Gruppe auf der Zuschauertribüne zeigt. Bei vielen Damen (links im Bild) dürfte es sich um die Verlobten und Gattinnen der Fähnriche handeln. Der dritte Offizier, unten von rechts, könnte der seinerzeit im Rang eines Generalmajors stehende Conrad von Cochenhausen (geb. 07.06.1888 in Glogau, durch Freitod gest. 13.12.1941 westlich von Rossoschnoje) sein. Das Foto habe ich erst zu verifizieren begonnen. Auch ein Blick auf die übrigen Teilnehmer könnte sich lohnen. Das Konvolut ist ingesamt ein interessantes Zeitzeugnis, das auf dilibra unter der Nummer [02466] eingesehen und heruntergeladen werden kann.

Quellen:

  1. Fotokonvolut auf dilibra.com
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsschule
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkischer_Beobachter
  4. http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/C/CochenhausenConradv-R.htm
  5. http://www.denkmalprojekt.org/2017/vl-der-generale-admirale-wk2-heer-freitod.html
  6. http://www.herwig-lenau.at/?Milit%E4rschulen_1941-1944:Kriegsschule_M%FCnchen_42
  7. http://www.moesslang.net/kriegsschule_marsplatz_muenchen.htm
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