Konntet Ihr das Lesen? Max Paul, das war leicht zu entziffern. Es gibt jedoch Urkunden und Dokumente, bei denen schlagen selbst eingefleischte Transkriptionsfreunde die Hände über dem Kopf zusammen. Und das meine ich nicht bildhaft gesprochen.

So sind die in aller Regel handschriftlichen Eintragungen in Kirchenbüchern und Personenstandsregistern mal sauber und somit gut lesbar geschrieben und mal nur klein und eng auf ollem Papier und mit alter Feder dahingekleckst. (Wirklich. Es gibt Tintenkleckse, die bedecken ganze Familiennamen.) Forscher, die bspw. bestimmte Zeitabschnitte oder Ereignisse in einem Kirchenbuch mehrmals studieren, erkennen ihren „geliebten“ Standesbeamten, Priester oder Kirchenbuchführer wieder.

Hierzu eine kleine Anekdote: Das muss so um 2010 gewesen sein, es war mein erster Besuch bei den Mormonen in Berlin. Im Lesesaal der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ in Berlin habe ich sehr alte evangelische Kirchenbücher von Neutomischel und Grätz „gerollt“. Ein kleiner Raum, ich nahm Platz, die Filmrolle war eingelegt. Akademisches Schweigen im Lesesaal. Just in dem Moment, als ich in mich gekehrt vom Namenverzeichnis zur verfilmten Buchseite 68 quälte, meinte ein Mitforscher in Zimmerlautstärke(!) in unsere eher kleine, dafür illustre Mikrofilm-Leser-Runde: „Lass‘ es bitte nicht den Bonhoff geschrieben haben“. Mit diesem kurzem Satz wurde uns anderen klar signalisiert: „Ich bin Experte. …und öfter hier. Der Bonhoff schreibt schrecklich. Fragt besser nich.“ Wir anderen (ich kannte da nur mich) konnten übrigens weder den Bonhoff zuordnen, noch wußten wir, welches Register der Kollege da inspiziert. Doch jeder im Raum hat die Ansage sofort verstanden. Und jeder wußte, dass man sich für diesen Hinweis nur zustimmend nickend zu bedanken hatte. Denn da gab es nichts zu diskutieren. Herrlich. Der gesamte Forschertag war gerettet und die weitere Stimmung zumindest innerlich gelöst. Und von uns war sich jeder sicher, dass der Forscher wohl keinen Groll auf Bonhoff-Namensträger hegt, sich von „dem Einen“ aber gern ein paar Passagen hätte wiedergeben lassen: „So, Herr Bonhoff. Was lesen Sie da?“ Die später, so alle halbe Stunde, zimmerlaut ausgesprochenen Flüche und Verwünschungen (wenn es also mal wieder schwer lesbar wurde) haben diese Annahme nur bestärkt.

Absolut passend zum Thema Mormonen und Mikrofilme stieß ich heute jedenfalls bei WEB.DE auf einen informativen Artikel von Claudia Frickel mit dem Titel: „Das gigantische Familien-Archiv der Mormonen“ oder auch „Warum sammeln Mormonen die Daten Verstorbener weltweit?“. Interessanterweise zu finden in der Kategorie Mystery – Ufos, Aliens, Verschwörungstheorien & Phänomene. Einleitend heißt es: „Es soll Atombomben trotzen und die gelagerten Dokumente bis zum Jüngsten Tag sichern: der Granite Mountain Vault der Mormonen. Tief unter der Erde lagern hier in einem riesigen und geheimnisvollen Archiv Milliarden von Daten. Die sind für die weltweite Ahnenforschung von großem Interesse. Doch warum betreiben die Mormonen einen so großen Aufwand?“ Lest selbst: https://web.de/magazine/wissen/mystery/gigantische-familien-archiv-mormonen-32353788

weitere Quellen:

http://forum.genealogy.net/index.php?page=Board&boardID=65

https://de.wikipedia.org/wiki/Granite_Mountain_Record_Vault

https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_Jesu_Christi_der_Heiligen_der_Letzten_Tage

http://www.mormonnewsroom.org/article/granite-mountain-records-vault